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PV Anlage berechnen: So funktioniert es

Transparente Erklärung der Berechnungslogik hinter dem RayDraft Solarplaner

Jetzt eigene PV Anlage berechnen

Wenn Sie eine PV Anlage berechnen möchten, spielen viele Faktoren eine Rolle: Wie viel Strom erzeugt die Anlage? Wie viel davon können Sie selbst nutzen? Und wie hoch ist die jährliche Ersparnis? Auf dieser Seite erklären wir transparent, welche Daten und Formeln der RayDraft Solarplaner verwendet – keine Blackbox, sondern nachvollziehbare Berechnungen.

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PV-Ertrag berechnen: Woher kommen die kWh?

Die Grundlage jeder PV-Berechnung ist der Jahresertrag in Kilowattstunden (kWh). Dieser hängt ab von:

Installierte Leistung (kWp)

Wir rechnen mit 450 Wp (0,45 kWp) pro Modul.

Standort

900–1.200 kWh pro kWp und Jahr in Deutschland.

Dachausrichtung

Süden optimal, Ost/West etwa 80-90% Ertrag.

Dachneigung

Optimal sind 30-35° in Deutschland.

Datenquelle: PVGIS

Wir nutzen das PVGIS-System (Photovoltaic Geographical Information System) der Europäischen Kommission. Für jede Dachfläche wird der erwartete Jahresertrag basierend auf Koordinaten, Ausrichtung und Neigung berechnet. Der Jahresertrag wird saisonal verteilt: Im Sommer (Juni–August) etwa 40%, in den Wintermonaten (November–Februar) nur etwa 13%.

→ PVGIS – European Commission, Joint Research Centre (JRC)
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Stromverbrauch: Was wird berücksichtigt?

Ihr Gesamtstromverbrauch setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

Haushaltsverbrauch

Sie können Ihren Verbrauch direkt eingeben oder wir schätzen ihn basierend auf der Haushaltsgröße:

HaushaltsgrößeTypischer Verbrauch
1 Person1.500 kWh/Jahr
2 Personen2.500 kWh/Jahr
3 Personen3.500 kWh/Jahr
4 Personen4.250 kWh/Jahr
5+ Personen5.000 kWh/Jahr

E-Auto

Falls Sie ein E-Auto haben oder planen, wird dessen Verbrauch hinzugerechnet:

E-Auto Verbrauch = (20 kWh / 100 km) × (km pro Jahr / 100)

Default: 9.555 km/Jahr → ca. 1.911 kWh/Jahr

Der Verbrauch wird gleichmäßig über das Jahr verteilt, mit leicht erhöhtem Bedarf im Winter durch geringere Batterieeffizienz bei Kälte.

Wärmepumpe

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe wird aus dem Heizenergiebedarf berechnet:

Wärmepumpen-Strom = Heizenergie (kWh) / SCOP

Default SCOP (Jahresarbeitszahl): 3,0

Der Wärmepumpen-Verbrauch wird saisonal stark gewichtet: Im Winter (Januar, Februar) fällt der Großteil des Strombedarfs an, im Sommer nur ein geringer Anteil für Warmwasser.

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Eigenverbrauch: Die stündliche Simulation

Um zu berechnen, wie viel PV-Strom Sie selbst nutzen können, simulieren wir jede Stunde eines Jahres (8.760 Stunden). Dabei vergleichen wir:

PV-Erzeugung pro Stunde

Basierend auf einem typischen Tagesprofil mit Peak um die Mittagszeit.

Verbrauch pro Stunde

Lastprofile mit Morgen- und Abendspitze, Mittagstief.

Schlechtwetter-Modell

Zusätzlich simulieren wir Schlechtwettertage: Im Januar z.B. haben 10 Tage nur 15% des normalen Ertrags (Nebel, Dauerregen). Im Juli sind es nur 2 Tage mit 50%. Dies macht die Berechnung konservativer und realistischer.

E-Auto Laden

Das E-Auto wird ab 16:00 Uhr geladen (wenn viele Berufstätige heimkommen), mit maximal 11 kW pro Stunde.

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Batteriespeicher-Simulation

Falls Sie einen Batteriespeicher haben oder planen, wird dieser in der Stundensimulation berücksichtigt:

90%

Nutzbare Kapazität (DoD)

95%

Wirkungsgrad (Laden/Entladen)

max 15 kWh

Kapazität (kWp × 0,75)

Ablauf pro Stunde:
1

PV-Strom deckt zuerst den aktuellen Verbrauch (Direktverbrauch)

2

Überschüssiger PV-Strom lädt die Batterie

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Verbleibender Bedarf wird aus der Batterie gedeckt

4

Rest wird aus dem Netz bezogen oder eingespeist

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Ersparnis und Einspeisevergütung

Die jährliche Ersparnis berechnet sich aus:

Ersparnis = (Kosten ohne PV) − (Kosten mit PV) + Einspeiseerlös

Kosten ohne PV

Gesamtverbrauch × Strompreis

Kosten mit PV

Netzbezug × Strompreis

Einspeiseerlös

Einspeisung × Vergütung

Einspeisevergütung nach Anlagengröße

AnlagengrößeVergütung
≤ 10 kWp7,86 Cent/kWh
≤ 40 kWp6,80 Cent/kWh
≤ 100 kWp5,56 Cent/kWh
Autarkiegrad

Autarkie = (Gesamtverbrauch − Netzbezug) / Gesamtverbrauch

Ein Autarkiegrad von 70% bedeutet: Sie decken 70% Ihres Bedarfs selbst, 30% kommen aus dem Netz.

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Was ist nicht enthalten?

Unsere Berechnung ist eine Modellrechnung und enthält bewusst einige Vereinfachungen:

Anschaffungskosten & Finanzierung

Keine Amortisationsrechnung

Wartung & Degradation

Langfristige Ertragsminderung nicht einberechnet

Verschattung durch Bäume

Nur Gebäudegeometrie, keine Umgebung

Dynamische Stromtarife

Konstanter Strompreis angenommen

Individuelle Lastprofile

Standardprofile, keine minutengenaue Analyse

Häufige Fragen zur PV-Berechnung

Die Ertragsdaten stammen aus dem PVGIS-System (Photovoltaic Geographical Information System) der Europäischen Kommission. PVGIS liefert Sonneneinstrahlung-Daten basierend auf Satellitenmessungen und Wetterdaten der letzten Jahrzehnte. Für jede Dachfläche werden Ausrichtung (Azimut) und Neigung berücksichtigt.

Die Eigenverbrauchsberechnung basiert auf einer stündlichen Simulation über 365 Tage. Dabei werden typische Lastprofile für Haushalte verwendet (ähnlich dem H0-Standardlastprofil). Die tatsächlichen Werte können je nach individuellem Verbrauchsverhalten abweichen – besonders bei untypischen Tagesabläufen.

Der Autarkiegrad gibt an, welchen Anteil Ihres Strombedarfs Sie durch die PV-Anlage selbst decken können. Ein Autarkiegrad von 60% bedeutet, dass Sie noch 40% des Stroms aus dem Netz beziehen. Mit einem Batteriespeicher lässt sich der Autarkiegrad typischerweise auf 70-80% steigern.

Selbst genutzter PV-Strom spart Ihnen den vollen Strompreis (ca. 30-40 Cent/kWh), während eingespeister Strom nur mit ca. 8 Cent/kWh vergütet wird. Deshalb ist ein hoher Eigenverbrauch finanziell deutlich attraktiver als maximale Einspeisung.

Ja, unsere Simulation enthält ein Schlechtwetter-Modell. Im Winter werden mehr Tage mit stark reduzierter PV-Produktion simuliert (z.B. 10 Tage im Januar mit nur 15% Ertrag), im Sommer weniger. Dies führt zu konservativeren, realistischeren Ergebnissen.

Die Batteriegröße wird heuristisch aus der PV-Leistung abgeleitet: Kapazität = kWp × 0,75, maximal 15 kWh. Dies entspricht einer praxisüblichen Dimensionierung. In der Simulation werden 90% der Nennkapazität als nutzbar angenommen (Depth of Discharge) und Lade-/Entladeverluste von je 5% berücksichtigt.

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