Auch wenn ein Entwurf immer mit Unsicherheiten verbunden ist, wollten wir einen fairen Vergleich: gleiche Dachfläche, gleiche Verbrauchsdaten, aber unterschiedliche Regeln. Genau deshalb haben wir EEG 2027 als eigenes Szenario in die Kalkulation aufgenommen.
11. März 2026 · Lesezeit ca. 6 MinutenViele Hausbesitzer fragen uns aktuell: "Was bedeutet EEG 2027 für meine geplante PV-Anlage?" Die ehrliche Antwort ist: Der Entwurf ist noch nicht final. Trotzdem wollten wir den Effekt greifbar machen, damit Entscheidungen heute nicht auf Bauchgefühl basieren.
Unser Ziel war deshalb ein verständlicher Vergleich zwischen "heutige Regeln" und "EEG-2027-Entwurf". Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Finanzberatung, sondern bietet eine transparente Orientierung für die wirtschaftliche Einordnung.
Worum es in der Praxis geht
Bei vielen Anlagen wird künftig weniger über feste Vergütung laufen und mehr über Vermarktung am Strommarkt. Das kann die Einspeise-Erlöse senken, obwohl die Anlage technisch gleich bleibt.
Uns war wichtig, Hausbesitzern eine ehrliche Orientierung für die eigene Planung zu geben. Viele stehen gerade vor der Frage: Jetzt bauen oder noch warten? Dafür reicht ein Schlagwort wie "EEG 2027" nicht. Man muss sehen, was es für das eigene Dach und den eigenen Verbrauch bedeuten kann.
Genau deshalb zeigen wir den Unterschied direkt in der Kalkulation: Was bleibt voraussichtlich ähnlich, was wird unsicherer, und wo sollte man konservativer planen. So wird die Einordnung des Entwurfs zu einer belastbaren Entscheidungsgrundlage für Anlagengröße, Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit.
Weil der Gesetzesprozess noch läuft, arbeiten wir mit klar markierten Produktannahmen. Diese werden versioniert und können später angepasst werden, ohne alte Ergebnisse zu vermischen.
| Annahme | Wert in der Kalkulation | Warum das wichtig ist |
|---|---|---|
| Einspeisebegrenzung | 50% im Entwurfsmodus (statt 60% heute) | Mehr Abregelung möglich, weniger einspeisbare kWh |
| Erlösmodell | Stundenweise statt pauschaler Jahreswert | Mittägliche Tiefpreise werden realistischer abgebildet |
| Negativpreise | Vergütung in diesen Stunden auf 0 | Verhindert zu optimistische Einspeise-Erwartungen |
| Vermarktungskosten | Variable plus fixe Kosten (als Produktannahme) | Zeigt den realistischeren Netto-Effekt für kleine Anlagen |
Die wichtigste Botschaft: Eine PV-Anlage bleibt in den meisten Fällen sinnvoll, aber der Anteil "sicherer Einspeise-Erlöse" wird deutlich kleiner. Das legt den Fokus stärker auf Eigenverbrauch und Lastverschiebung durch Batteriespeicher.
Wer viel tagsüber selbst nutzt oder Lasten gut steuern kann, ist robuster gegenüber sinkenden Einspeise-Erlösen. Wer stark auf Einspeisung als Haupterlös setzt, muss konservativer planen.
Damit die Wirkung greifbar wird, hier ein konkreter Vergleich mit identischer Anlage und identischem Verbrauch: 11.767 kWh simulierte Erzeugung pro Jahr, 4.250 kWh Haushaltsverbrauch, geplanter 10-kWh-Speicher.
| Kennzahl | 2026 (aktuelles Modell) | EEG 2027 Entwurf |
|---|---|---|
| Geschätzte Einsparung | 1.748 EUR/Jahr | 1.365 EUR/Jahr |
| Erlös aus Überschuss | 472 EUR Einspeisevergütung | 89 EUR vermarkteter Überschuss |
| Abregelung | ca. 845 kWh bei 60% | ca. 1.421 kWh bei 50% |
In diesem Beispiel sinkt die jährliche Einsparung um 383 EUR. Der Haupttreiber ist der deutlich niedrigere Überschuss-Erlös (von 472 EUR auf 89 EUR) bei gleichzeitig höherer Abregelung (plus 576 kWh).
Praktische Lesart für Angebote
Wenn zwei Angebote ähnlich aussehen, ist unter EEG-2027-Bedingungen das Konzept mit höherem Eigenverbrauch stabiler als das Konzept, das hauptsächlich auf Einspeisung setzt.
EEG 2027 ist Stand heute ein Entwurf. Deshalb kennzeichnen wir das Szenario bewusst als nicht final beschlossen. Sobald sich rechtliche Details ändern, aktualisieren wir Annahmen und Berechnung nachvollziehbar.
Unser Anspruch bleibt: lieber transparent und konservativ rechnen als unrealistisch hohe Erträge versprechen.
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